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Editorial

Die Dreissigjährigen – Pete Doherty – Nobelpreisträger Milton Friedman – Medienpreis für Daniel Ammann – «Weltwoche» am Mittwoch vor Auffahrt

Von Jürg Wildberger

Wieder einmal wird auf eine Generation eingeredet und ihr vorgeschrieben, was sie zu tun hat. Weil die Dreissigjährigen nur wenige bis gar keine Kinder kriegen, zeigen sich die Älteren und Alten besorgt: Die AHV verliert die Zahler, die Schweiz die Hoffnung. Zu allem Übel stürben jetzt auch noch Altruismus und Fürsorge aus, klagt der 47-jährige Frank Schirrmacher. Wie kommen die Warnungen bei den Attackierten an? Geht es ihnen wirklich nur ums eigene Wohl? Simon Brunner, 29, hörte sich bei seinen Altersgenossen um – und traf auf eine entspannte Generation. Sie vertagt den Kinderwunsch zwar auf immer später, aber sie lässt sich weder die Gegenwart vermiesen noch die Zukunft schwarzreden.


Pete Doherty ist ein begnadeter Rockstar. Und der berühmteste Junkie Englands: Doherty, 27, raucht in aller Öffentlichkeit seine Crack-Pfeife, malt Bilder mit Blut, wird x-mal verhaftet, bricht mehrere Entziehungskuren ab, darunter eine in einem thailändischen Kloster. Und kaum meint man, er sei doch noch von den Drogen losgekommen, geht es wieder von vorne los. Soeben hat er den Auftakt zu seiner Deutschlandtournee vergeigt, weil er das Flugzeug «verpasste». Pete Doherty ist ein Phänomen: Man bemitleidet den Exfreund des Models Kate Moss und Frontmann der Band Babyshambles wegen seiner Sucht, und doch ist da auch ein Quäntchen Faszination angesichts seines Talents und seiner Art zu leben.


Den ersten Termin mit der Weltwoche musste Nobelpreisträger Milton Friedman, 94, im letzten Moment absagen, weil er erkrankt war. In seinem Alter müsse er sehr aufpassen, meinte seine Sekretärin. Vergangene Woche flog unser USA-Korrespondent Alain Zucker nochmals nach Kalifornien und traf einen Friedman, der die Märkte mit der gleichen Leidenschaft verteidigte wie als junger Professor an der Universität Chicago. Er debattierte ohne Pause über sein Leben, sein Erbe, die Bilanz von Präsident Bush und seine Sympathie für die Schweiz.


Wirtschaftschef Daniel Ammann hat den Medienpreis für Finanzjournalisten gewonnen, der von Bankiers und Vermögensverwaltern verliehen wird. Ausgezeichnet wurde Ammann für seinen Artikel über den peruanischen Ökonomen Hernando de Soto aus (Weltwoche Nr. 37.05). Wir gratulieren!



Wegen Auffahrt erscheint die nächste Ausgabe der Weltwoche bereits am Mittwoch.

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