Drei Bekannte aus früheren Kolumnen treten hier wieder auf. Erstens Hürzi, mein gutgelaunter Wanderfreund aus Wil. Zweitens Emil, der Hund seiner Kinder, ein junger Jack-Russell-Terrier, der – Neuigkeit! – inzwischen einen charakterlichen Reifeprozess durchgemacht und sich auch nervlich gemässigt hat, so dass man sich kaum noch in seiner Leine verheddert, weil er gleichzeitig links, rechts, vorn und hinter einem laufen will. Drittens treffen wir drei, in Flawil gestartet, nach einer Dreiviertelstunde 150 Meter höher beim Zisterzienserinnenkloster Magdenau auf die Kapelle St. Verena; im 10. Jahrhundert gegründet und im 12. neu gebaut, verdankt sie ihren Namen der heiligen Verena, die ich letzten Februar zusammen mit einer Wanderung über den Achenberg vorstellte. Verena lebte um 300 nach Christus ein wohltätiges Leben, lauste und wusch die Armen, daher sind ihre Wahrzeichen Doppelkamm und Krug; prächtig ihr Sarkophag in Zurzachs Verenakirche.
Hürzi, Emil und ich erleben in der à la Appenzellerland sanft gerundeten St. Galler Grünlandschaft eine abwechslungsreiche Wanderung. Schon beim Kloster Magdenau könnten wir einkehren, doch sparen wir das Vergnügen auf; noch einmal 150 Meter höher wartet das «Moosbad», das ein wunderbares Panorama offeriert. Leider lässt es, müssen wir feststellen, keine Hunde zu, und da wir mit Emil solidarisch sind, dauert es, bis wir – unterdessen nicht mehr auf-, sondern absteigend – im Weiler Nassen endlich eine Wirtschaft erreichen, die für uns alle taugt («Linde»). Von hier blickt man über einen tiefen Geländeeinschnitt hinweg zum Hangort Mogelsberg, einem Bijou des Neckertals. Freilich wählen wir ein anderes Ziel: Wir halten nun statt nach Süden nach Westen, queren bald den Necker; und dann geht es steil empor zum erhabenen Kretendorf Oberhelfenschwil; und dann erneut hinunter, ins Tal der Thur nach Dietfurt.
Am Bahnhof von Dietfurt sind wir uns einig, dass es sich gelohnt hat, Emil mitzunehmen. Es gibt in der Region viele einsame Höfe und also viele kontaktgestörte Wachhunde, Emil hat sie alle, die meisten grösser und grobknochiger als er, tapfer und selbstlos auf sich selber gelenkt samt dem Risiko, gebissen zu werden. Emil, ein toller Wanderbegleiter.
Hin und zurück: Flawil liegt an der Bahnlinie Zürich–St. Gallen, Dietfurt an der Bahnlinie Wattwil–Wil.
Höhendifferenz: je 500 Meter auf- und abwärts
Karte: Wanderkarte als PDF













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