Dies ist meine 76. Wanderkolumne, anderthalb Jahre gibt es «Zu Fuss» bereits. Das Echo kommt kräftig in Form von Mails, Anrufen und Briefen; nebst Detailkritik und allgemeinem Lob treffen regelmässig auch valable Wander-Tipps ein. Franziska Schmid aus Luzein etwa hat mir eben per Mail einen neuen Winterweg empfohlen, von dem ich nicht wusste und der in ihrem Nachbarort beginnt: Von Pany führt er via Alp Bova in drei Stunden nach St. Antönien und bietet offenbar einen tollen Blick auf die Berge der Gegend. Merci, Frau Schmid – sicher werde ich die Route testen...
Damit vom Prättigau zum Zugerberg, einer echt praktischen Hochebene: Von der Rigiflanke und dem Rossberg optisch hübsch gerahmt, ist sie vom Grossraum Zürich aus bestechend schnell erreichbar. Unsere Wanderunternehmung startet auf der Westseite des Bahnhofs Zug bei der Haltestelle «Metalli West». Mit dem Bus der Linie 11 gelangen wir in einer Viertelstunde zur Schönegg-Endhaltestelle, Umsteigen auf die Standseilbahn. Beim Hochfahren offenbart sich allmählich die Schönheit des Zugersees samt seinem Umland. Oben dann wartet in der Bergstation erstens eine Beiz mit der ganzen Aussicht und zweitens der zentrale Wanderwegweiser mit mehreren Winterrouten. Route zwei ist sauber signalisiert und bereitet uns viel Freude; einzig sind die Strässchen, über die sie zum Teil führt, an einigen Stellen gefährlich vereist. In Südrichtung laufen wir nach Früebüel, drehen Richtung Osten zum Buschenchappeli, drehen dort nach Norden; hinauf zur Räbrüti ist nun eine mittelstrenge Steigung zu bewältigen. Hernach geht es wieder abwärts, beim «Vordergeissboden» ist der Rundweg praktisch vollendet.
Im Restaurant essen wir eine Kleinigkeit und sind dabei allein mit zwei jungen Damen von vielleicht 16 Jahren, die durch gute Manieren auffallen und ausserdem aussehen, als sei Barbie gleich doppelt Mensch geworden. Ihr Essen besteht aus Salat, von dem sie nur einige Blätter picken; irgendwie passen die zwei – in der einen vermute ich aufgrund des Akzents ihres Englischen eine Russin – nicht in die agrarische Saft-und-Kraft-Gegend. Auf dem Zugerberg, erklärt uns die Serviererin später, befindet sich auch das Institut Montana, ein Internat mit internationaler Schülerklientel.
Höhendifferenz: 100 Meter auf- und abwärts
Vordergeissboden: im März Mittwoch und Donnerstag zu
Karte: Wanderkarte als PDF













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