Zu Fuss (7 Stunden)

Trautes Heim

Von Thomas Widmer

«Höhenstrasse» hiess vor gut drei Jahrzehnten eine ernstgemeinte Planeridee für die Pfannenstiel-Flanke am rechten Zürichseeufer. Wo sie glücklicherweise nicht realisiert wurde, gibt es seit diesem Sommer etwas viel Besseres: einen Fussgänger-Panoramaweg. Grossartige 28 Kilometer zieht er sich von der Rehalp, Stadt Zürich, bis zum Bahnhof Feldbach, Gemeinde Hombrechtikon. Wer ihn begeht, entdeckt so manche kleine Sehenswürdigkeit, geniesst eine tolle Aussicht auf die Glarner und Schwyzer Berge samt vorgelagerter Albiskette, wird dabei von der Sonne verwöhnt. Und der tiefblaue See fungiert als ruhiger Begleiter und Seelenspiegel.

Eine lineare Beschreibung der Route ist an dieser Stelle nicht nötig, denn erstens ist der Panoramaweg dicht beschildert, und zweitens steht eine hübsche Gratisbroschüre mit Karte zur Verfügung. Hier stattdessen meine Highlights. 1. Die Fahrt von der Bahnhofstrasse zur Rehalp mit dem Elfertram, das auf der luftigen letzten Meile unversehens zum Ferientram mutiert. 2. Der Anblick der Alpen von der Zolliker Allmend aus nach dreissig Minuten Gehzeit. 3. Das herzig halb im Wald liegende Rumenseelein vor Küsnacht. 4. Das wilde, mit einem Holzbohlenweg bezwungene Küsnachter Tobel. 5. Die edle Burgruine Friedberg (Meilen), deren von Mauerresten begrenzte Grasfläche samt den nahen historischen Riegelbauten ein starkes Rast-Ambiente bildet; ein guter Platz auch für Kinder. 6. Die stilvollen Rebhänge im letzten Viertel der Wanderung ab Ötikon.

Schön auch, dass am Weg so viele Wirtschaften stehen. Wobei sich in meinem Fall die Bestimmung des idealen Lunchortes nicht einfach gestaltete. Auf der Höhe der trutzigen «Kittenmühle» (Herrliberg) war’s zu früh zum Essen. Im rustikal sich inszenierenden Restaurant «Buech» (Herrliberg) hätte ich gern gegessen. Ich wurde aber unwirsch wieder ins Freie komplimentiert, weil man wohl meine verschwitzte Wandererscheinung nicht goutierte. Und im Restaurant «Luft» beim gleichnamigen Aussichtspunkt oberhalb von Meilen schwand mir kurzfristig der Hunger, als ich in seiner Klarsichthülle einen Nussgipfel schimmeln sah.

Dann fand ich Zuflucht, wurde nett behandelt, ass sehr gut im Restaurant des Bergheims ob Uetikon am See. Will man heutzutage angenehm speisen, muss man offenbar in die Psychiatrie.

Broschüre: auf zpp.ch oder bei Rapperswil Zürichsee Tourismus,
Telefon 0848 811 500

Varianten: Dank gut 20 Buslinien am Weg kann man die Wanderung
flexibel gestalten und abbrechen.

Karte: Wanderkarte als PDF

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