«Nein, das kann ich Ihnen unmöglich verraten», reagierte der ältere Herr am Telefon anfänglich abweisend. Doch dann machte ihm Weltwoche-Redaktor Simon Brunner ein diskretes Angebot: «Und wenn Ihre Informationen anonym erscheinen, Ihr Name nicht in der Zeitung steht?» – «Hmm.» – «So sag es ihm doch», meldete sich seine Frau aus dem Hintergrund, und P.A. gab sich einen Ruck. «Also gut, ich erzähle Ihnen nun, wie man mit der Bahn am besten schwarzfährt.» Was folgte, war der Tipp eines wahren Fachmanns, denn P.A. war sein Leben lang Kondukteur bei den SBB gewesen.
Für seine Fibel des modernen Alltags holte sich Brunner ausnahmslos Ratschläge von Experten, nicht von selbsternannten, die 34 drängende Fragen des Lebens beantworten. Und wem dieses nach der Lektüre nicht leichter fällt, der werfe den ersten Stein. Fragt sich bloss: wohin? Darauf gibt es keine Antwort, auf fast alles andere jedoch, siehe Artikel zum Thema ab «Seite 50». Der Feuersturm in den französischen Banlieues hat sich gelegt und hinterlässt ausser verkohlten Autos vor allem Ratlosigkeit. Nur ein Mann scheint genau zu wissen, wie er auf die Krise reagieren soll: Innenminister Nicolas Sarkozy. So unermüdlich er während der Krawalle Polizeistationen inspiziert hat, so forsch zieht er nun im Interview seine Schlüsse und entwickelt Strategien für Frankreich. Nach wie vor ist Sarkozy der populärste Politiker des Landes, doch noch nie hat er so stark polarisiert. Nicht nur die Banlieue-Jugendlichen konzentrieren ihren Hass auf die Person des Innenministers, auch Sozialistenführer François Hollande proklamiert «Null Toleranz für Sarkozy».
Schon seit Jahren ist der Politiker omnipräsent in den Medien, steht er im Brennpunkt aller Debatten. Er ist die Schlüsselfigur des heutigen Frankreich und der nicht mehr fernen Präsidentschaftswahlen. Sarkozy ist nicht nur ein Hardliner, sondern auch ein um Modernität und Offenheit bemühter Rechtsliberaler. Seine Kritik an der Classe politique ist schonungslos. Im Gespräch erklärt er, wie er mit der bisherigen Art des Politisierens brechen will. Siehe Artikel zum Thema ab «Ab Seite 74» Tiefsinn und Wortwitz à gogo verspricht die «Nacht der Kolumnisten» am Sonntag, 27. November, im Zürcher Klub «Mascotte». Ein Dutzend Schweizer Pressekolumnisten lesen, wobei jeder acht Minuten Zeit hat; wenn die Eieruhr schrillt, ist der nächste dran. Mit von der Partie sind gleich drei Weltwoche-Leute: Güzin Kar, Gion Mathias Cavelty und Thomas Widmer. Der Abend bietet somit Gelegenheit zu sehen, wie sich die Schreiber der Wochenrubriken «Gender Studies», «Fernsehkritik der reinen Vernunft» und «Zu Fuss» live präsentieren.













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