Zur Person

Der kleine Prinz

Von Denis Jeambar

Nicolas Sarkozy ist der Hoffnungsträger des rechtsbürgerlichen Lagers. Der fünfzigjährige Innenminister und Parteipräsident der gaullistischen UMP gilt als aussichtsreichster Kandidat für die Präsidentschaftswahlen 2007. Im Jahr 2002 hat er massgeblich zum Sieg von Jacques Chirac beigetragen, indem er die Kriminalitätsbekämpfung zum dominierenden Kampagnenthema machte. Als Innenminister gelang es ihm in kurzer Zeit, die Effizienz der Polizeiarbeit zu erhöhen. Sarkozy, der nicht den klassischen Karriereweg des französischen Spitzenpolitikers – Elite-Hochschule, höhere Verwaltung – gegangen ist, pflegt einen unkonventionellen Politikstil. Er rührt an typisch französische Tabus, zum Beispiel, indem er das Gesetz über den Laizismus revidieren und so den Bau von Moscheen durch den französischen Staat ermöglichen will. Mit einem kalkuliert scharfen Sprachgebrauch und einer Medienoffensive hat sich Sarkozy grosse Popularität erobern können, auch wenn ihm vorgeworfen wird, er heize die Spannungen in den Banlieues unnötig an. Mit Präsident Chirac und dessen Wunschnachfolger, Premierminister Dominique de Villepin, liefert er sich einen gnadenlosen Nachfolgekrieg.

Kommentare

Bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel zu kommentieren

 
|

weitere Ausgaben