Auf seinen Recherchen stiess Terrorexperte Evan Kohlmann Anfang Oktober im Internet auf die Provideradresse 129.194.8.73 – jene des Zentralrechners der Uni Genf. Es stellte sich heraus: Über das Uni-Portal werden seit diesem Sommer massenhaft Enthauptungsvideos, Selbstmordattentat-Filme und Anleitungen zum Waffenbau vertrieben. «Ein grosser Fall», so Kohlmann, «der Genfer Internet-Dschihadi gehört zu den aktivsten Uploadern von Terrorpropaganda weltweit.»
Kohlmann, der in regelmässigem Kontakt mit der Weltwoche steht, informierte die Redaktion. Doch als Auslandredaktor Urs Gehriger versuchte, die Verantwortlichen an der Genfer Uni auf die Ungeheuerlichkeit aufmerksam zu machen, legte man den Hörer auf. So brachte er das Beweismaterial, die Verkehrsprotokolle, eigenhändig nach Genf. Plötzlich ging alles rasch. Der mutmassliche Täter wurde lokalisiert, die Polizei avisiert und Strafanzeige eingereicht. Bei Redaktionsschluss war der Verdächtige allerdings noch auf freiem Fuss. «Er arbeitet vom dritten Stock aus», sagt der Internetfahnder der Uni, «direkt über dem Rektorat.» Siehe Artikel zum Thema «Terrorismus: Todesgrüsse aus der Schweiz»
Weltwoche-Reporter David Signer war schon an manch gefährlichem Ort, aber nirgends wurde seine Männlichkeit derart auf die Probe gestellt wie am Matriarchatskongress in San Marcos. In der texanischen Kleinstadt versammelten sich Hunderte von Frauen aus aller Welt, um über die Vorzüge weiblicher Herrschaft zu debattieren. Vier Tage lang hörte sich Signer Vorträge und Polemiken an und nahm an Ritualen zu Ehren von Mutter Erde und der Grossen Göttin teil. «Your are brave», sagte ihm eine Teilnehmerin am Ende anerkennend. Siehe Artikel zum Thema «Frauen verstehen: Dramen und Herren»
Wer im Hotel «Grand» in Pristina ein Zimmer belegt mit Blick auf die Mutter-Teresa-Strasse, steht mit dem Lächeln von Ramush Haradinaj auf. Übergross hängt sein Konterfei an der Fassade gegenüber, darunter der Slogan: «Has a job to do.» Das Plakat wurde aufgehängt, als Haradinaj noch Premier war. Im März trat er zurück, um sich dem Kriegsverbrechertribunal in Den Haag zu stellen. Geheime Dokumente des deutschen Bundesnachrichtendienstes, die der Weltwoche vorliegen, zeigen, dass sich auch andere hochkarätige Politiker im Kosovo illegal betätigen: Drogenhandel, Schmuggel, Erpressung.
Einen anderen Job hat Haradinajs Nachfolger zu erledigen, der 45-jährige Kosumi: in den Verhandlungen über den völkerrechtlichen Status die Unabhängigkeit der offiziell serbischen Provinz zu erwirken. Um die Europatauglichkeit des Kosovo zu demonstrieren, liess er unserem Reporter (und ehemaligen Italienkorrespondenten) Walter De Gregorio ungefragt einen Cappuccino servieren: «Schmeckt er nicht wie in Rom?» Siehe Artikel zum Thema «Das Kosovo auf dem Weg in die Unabhängigkeit: Rechtsstaat? Lieber nicht!»













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