Kanada-Festwochen, hier mit Neil Young. Oldies verlangen Geduld. Das erste Durchhören verbringt man damit, seinen Puls auf Alpha-Wellenlänge zu bringen. Song eins, «The Painter», mahnt väterlich: Lange Strasse hinter sich, lange Strasse vor sich – und wer jeden Traum verfolge, sei verloren. In «No Wonder» betritt er Gospel-Gebiet, das heimliche Pendant zu seinen früheren Lärmforschungen – und schon tauchen sie auf, als leise bedrohlicher Hintergrund. Kein Wunder, es geht hier um sein Land, es fallen Sätze, die der frühe Dylan zusammen mit dem späten hätte schreiben können. «Centerpiece» ist das Titelstück, ein Soulblues mit dem Refrain: «Prarie wind blowing through my head, trying to remember what Daddy said». Der Versuch, durch die Zeiten zurückzudenken. Manchmal klingt’s wie in einer Bar, manchmal wie in einer Kirche. Aber dann nimmt Young Gitarre und Mundharmonika und entfaltet kontinentale Weiten. Alt, verstaubt, stark.
Neil Young: Prairie Wind. Warner













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