Es gibt Fragen, bei denen auch vernünftige Menschen zu gegenteiligen Auffassungen kommen können. Ist die Aufregung um die Vogelgrippe reine Hysterie? Oder steht tatsächlich eine Pandemie bevor, die Abermillionen von Menschen dahinraffen wird? Die Meinungen unserer Wissenschaftsredaktion sind geteilt. Mathias Plüss schätzt die Situation eher optimistisch ein und warnt vor der kontraproduktiven Wirkung übertriebenen Sicherheitsdenkens (siehe Artikel zum Thema «Gesundheit»). Theres Lüthi hat die aktuelle Fachliteratur studiert und hält eine Pandemie für ziemlich wahrscheinlich (siehe Artikel zum Thema «Erregte Gemüter»). Sie hat sich auch bereits mit dem antiviralen Medikament Tamiflu eingedeckt.
Der Basler Pharmakonzern ist mit Tamiflu auf Erfolgskurs. Dabei hatte es vor sechs Jahren bei der Markteinführung schlecht ausgesehen. Zwei Jahre lang war das Medikament ein Flop, weil es nur milde Grippewellen gab, es teuer war und von den Krankenkassen nicht bezahlt wurde. Roche überlegte sich sogar, die Produktion einzustellen. Roche hat Tamiflu nicht selbst entwickelt, sondern ist dank einer Kooperation dazu gekommen. Systematisch grast Roche seit Jahren die Pharmawelt nach interessanten Biotechfirmen ab. Die Erfolgsgeschichte, siehe Artikel zum Thema «Wie Roche den Vogel abschoss»
Er gilt als Enfant terrible unter den Ernährungswissenschaftlern. Udo Pollmer, wissenschaftlicher Leiter des Europäischen Instituts für Lebensmittel- und Ernährungswissenschaften, behauptet fast immer das Gegenteil dessen, was seine Kollegen predigen. Für ihn kann viel Trinken zum Tod führen, ist Vollkornbrot schwer verdaulich, und einen Apfel pro Tag hält er nicht unbedingt für gesund. In seinem neuesten Buch, «Esst endlich normal!», erklärt Pollmer «wie die Schlankheitsdiktatur die Dünnen dick und die Dicken krank macht». Seine Thesen, siehe Artikel zum Thema «Über Gewicht»
Wer vergangenen Samstag Bilder aus dem Irak sah, musste zweimal hinschauen. Wo tags zuvor noch Schüsse fielen und Autos explodierten, standen Menschen ruhig und friedlich vor den Abstimmungslokalen. Stundenlang warteten sie, um ihre Meinung über die neue Verfassung kundzutun. Selbst in den aufständischen Sunnitengebieten trotzte mehr als die Hälfte der Bevölkerung den massiven Terrordrohungen. Politiker aus aller Welt lobten das irakische Volk. US-Präsident Bush witterte gar Historisches: Die Abstimmung sei «ein bedeutsamer Moment in der Geschichte des Nahen Ostens» und «ein schwerer Schlag für den Terror». Genau einen Tag währte der Frieden. Am Montag meldete sich Terrorführer Abu Mussab al-Sarkawi zurück. Mit zehn Anschlägen und einem Exekutionsvideo. Auslandredaktor Urs Gehriger erklärt im letzten Teil seiner Serie über den meistgesuchten Terroristen, wie Sarkawi seinen Kampf übers Internet auf die ganze Welt ausdehnt. Siehe Artikel zum Thema «Es ist einfach, sehr einfach»













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