Milton Obote (1924–2005) - Man soll über Verstorbene ja nur Gutes sagen. Aber wenn Uganda heute als eine der wenigen Hoffnungen Afrikas gilt, dann sicher nicht wegen ihm und schon gar nicht wegen seines vor zwei Jahren verstorbenen Nachfolgers und Vorgängers Idi Amin.
Als das ostafrikanische Land 1963 unabhängig wurde, war Obote sein erster Premierminister. Wenig später war er zusammen mit Idi Amin, damals Vizekommandeur der Streitkräfte, in einen Goldschmuggel verwickelt. Das Parlament verlangte eine Untersuchung, Obote setzte aber kurzerhand die Verfassung ausser Kraft und liess einige Kabinettsmitglieder verhaften. Als ihn Präsident Mutesa deswegen kritisierte, antwortete Obote mit einem Staatsstreich und erklärte sich im März 1966 zum Präsidenten. 1971 wurde er dann selbst abgesetzt, von seinem alten Kompagnon, dem grössenwahnsinnigen Idi Amin.
Nach dessen Fall wurde Obote 1980 dank eines manipulierten Wahlergebnisses zum zweiten Mal Präsident. Für Ugandas Bevölkerung hörte der Schrecken aber nicht auf. Obote regierte despotisch, liess politische Gegner einkerkern und foltern; schätzungsweise 300000 Tote forderten die Kämpfe zwischen Armee und Guerilla. Letztere beendete sein Regime 1985, und er ging ins Exil. «Dr. Obote», wie er sich nannte (in Wirklichkeit war er vom College geflogen und schlug sich in jungen Jahren als Bauarbeiter durch), hatte ein zerstörtes Land mit einer HIV-Rate von 18 Prozent hinterlassen. Am 10. Oktober ist Milton Obote in Johannesburg gestorben. In Uganda aber, wo Armut, Aids und Angst auf dem Rückzug sind, ist wieder Leben eingekehrt.













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