Das von Unwettern versehrte und nun wieder besuchbare Engelberg zu empfehlen, ist mir als engagiertem Schweizbenutzer freundeidgenössische Solidarpflicht; der Klosterort braucht gerade jetzt jeden Touristen, den er kriegen kann. Er hat aber auch, Wasserschäden hin oder her, viel zu bieten. Die perfekte Rösti etwa. Nirgends, wo ich verkehre, bereiten sie sie so vollendet wie in Engelberg im Restaurant «Spannort». So knusperfein, so butterduftig.
Und auch das zur Rösti gereichte ZüriGeschnetzelte war grossartig, als ich kürzlich wieder einmal im «Spannort» tafelte. Das Mahl liess unser Dreiergrüpplein, Freund Pö, Frau Kägi und mich, vergessen, dass zuvor die Begehung des Benediktusweges ab Oberrickenbach unter dichtem Nebel gelitten hatte. Was traurig war. Denn man hat auf der Route, die ich bereits kannte und die via Eggeli zur Spissegg und weiter nach Ristis führt, von wo man mit der Seilbahn hinunter nach Engelberg gondelt, eine tolle Sicht. Zuerst gibt es die Gräfimattstand-Kette zu bewundern, hernach Majestät Titlis samt Entourage.
Die Rösti, wie gesagt, sanierte den Tag. Am nächsten Morgen allerdings, während wir der Storegg zustrebten, einem Pass nach Melchtal, nebelte es wieder. Und nieselte es. Ärgerlich. Dafür durften wir auf der Alp Zingel bei einer Bauernfamilie, die auf der Miniterrasse vor dem Haus ein wenig wirtet, in die warme Stube treten; am einen Tisch sassen wir Urbanlinge in Outdoorwear, am andern die Eltern und ihre Kinder, rustikal aus einer Pfanne Nudeln schöpfend, von Heiligenbildchen rundum bewacht. Bald stiess noch ein Alpbewohner dazu; er schimpfte, seine Herde zähle statt 30 nur noch 29 Kühe, die Heidi fehle, nirgendwo habe er sie gefunden.
Bedrückt zogen wir weiter. Aber dann kam die Sonne. Wir hellten auf. Und wir genossen, was ins Licht trat: das Luterseeli, die von Kalkbrocken übersäte magische Senke nach der Hüethütte, endlich die Storegg, 1742 Meter, ein so scharfer Grat, dass man rittlings darauf hocken kann. Alles war nun gut. Und also verschmerzten wir später auf der Rütialp locker, dass die Seilbahn, die auf der Wanderkarte eingezeichnet ist, stillgelegt wurde, was den Abstieg nach Melchtal um 500 Meter verlängert. Alles kein Problem, Zufriedenheit waltete. Einzig hätten wir gern gewusst, ob es Heidi gut geht.
1. Tag: per Bus (Bahnersatz) von Luzern nach Wolfenschiessen.
Bus nach Oberrickenbach. 900 Meter auf-, 200 Meter abwärts
2. Tag: 900 Meter auf-, 900 abwärts. Ab Melchtal mit dem Bus
(unwetterbedingt auf einer Umfahrung) nach Sarnen
Karte: Wanderkarte als PDF













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