Muktaran Mai - Es geschah vor drei Jahren in Meerwala, Pakistan. Über eine Stunde lang wird sie vergewaltigt, ihre Schreie sind überall zu hören. Dann jagt man sie auf die Strasse, fast nackt muss sie nach Hause gehen. Auf solche Qual folgt in der Regel der Tod. Hunderte von Frauen werden jährlich vergewaltigt und – weil ihre Ehre beschmutzt ist – in den Selbstmord getrieben. Mai aber bricht ein Tabu: Sie zeigt die Täter an. Pakistanerinnen feiern sie als Heldin, im Ausland gilt sie als «tapferste Frau der Welt». Im letzten Juni die Belohnung: Das Verfassungsgericht hebt die Freisprüche für ihre Peiniger auf und lässt den Prozess neu aufrollen. Doch aus Angst vor negativer Presse verhängt Staatschef Perves Muscharraf ein Reiseverbot gegen sie. «Der einfachste Weg für pakistanische Frauen, Geld zu machen und ins Ausland zu kommen, ist, sich vergewaltigen zu lassen», grollt er nun in der Washington Post. Entrüstung in Amerika. «Nie» habe er dies gesagt, beteuert er sehr, sehr rasch. «Ich wäre ja stupid.» Muktaran Mai lässt den präsidialen Tiefschlag unkommentiert. Die heute 33-Jährige, die nie lesen und schreiben lernen durfte, baut mit Spendengeldern eine Schule in ihrem Dorf. Die Bildung der Knaben und Mädchen müsse verbessert werden, sagt sie, wenn sich etwas ändern soll in ihrem Land.













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