Willie Hutch (1945–2005) - Soulmänner wie er hatten mit der arbeitsteiligen Produktion heutiger R-’n’-B-Hits noch nichts am Hut. Der in Texas aufgewachsene Sänger und Gitarrist schrieb, arrangierte und produzierte sämtliche seiner Songs für das legendäre Label Motown selbst. So konnte er seinen ganz eigenen Stil durchsetzen: Die beeindruckende Wärme seiner Gesangsstimme untermalte er gern mit einer leichtfüssigen Funk-Gitarre, Congas und Streichern.
1944 in Los Angeles geboren, sang er zunächst mit den Ambassadors aus Dallas. Die Popwelt wurde erstmals auf seinen Namen aufmerksam, als die schwarze Combo The Fifth Dimension einige seiner Kompositionen aufnahm. 1970 engagierte ihn Motown als Songwriter für die Jackson 5: «I’ll Be There» wurde über Nacht zum Hit und Hutch ein begehrter Song- und Soullieferant für Stars wie Marvin Gaye, Smokey Robinson, The Four Tops und Diana Ross. Kurz darauf schaffte er auch als Sänger den Durchbruch: Die Blaxploitation-Streifen «The Mack» und «Foxy Brown» mögen cineastisch nur zweitklassig gewesen sein – die dazugehörigen Songs wie «Brother’s Gonna Work It Out» haben als vielgesampelte Funk-Klassiker bis heute überlebt.
In den Neunzigern zeigte Hutch mit «From The Heart» und «The Mack Is Back» noch einmal seine grosse Kunst, atmosphärisch dichte Songs zu schreiben, und jüngst rief er sich mit einem Beitrag für den Hip-Hop-Film «Hustle and Flow» in Erinnerung. Den Kinostart seines letzten Coups erlebte er aber nicht mehr. Am 19. September verstarb Willie Hutch in seiner Heimatstadt Duncanville, Texas.













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