Die Sehnsucht nach einfachen Antworten ist immer gross. Aber heute ist sie wohl noch etwas grösser und heftiger. Was tun gegen den Terrorismus jener Fanatiker, die mit dem Koran im Kopf und der Bombe in der Tasche uns, unsere Werte und unseren Way of Life angreifen? Die Tabula-rasa-Antwort auf 9/11, Madrid, London, Scharm el-Scheich und was leider noch zu erwarten ist, gibt es nicht. Das wissen alle, die trotz andauernder Bedrohung am gesunden Menschenverstand festhalten.
«Gegen Terroristen würde ich die Atombombe einsetzen», sagt Paul Tibbets. Unschuldige Zivilisten? «Die haben eben Pech, dass sie da sind.» Der 90-jährige pensionierte US-Brigadegeneral hat für sich die einfache Antwort gefunden – vermutlich eher als Rechtfertigung seiner Vergangenheit denn als Haltung für die Gegenwart. Tibbets war der Pilot, der am 6. August 1945 die Atombombe über Hiroshima abwarf. Studs Terkel, 93, Altmeister des US-Journalismus, führte mit ihm ein Gespräch, das die Weltwoche mit persönlicher Genehmigung Terkels zum 60. Jahrestag des Atombombenabwurfs nachdruckt. Tibbets’ Erläuterungen sind aufschlussreich, was das Damals betrifft, und untauglich für das Heute. Zudem zeichnen Urs Gehriger, Ernst Kindhauser und Christoph Neidhart die letzten Stunden nach, die die Welt veränderten. Siehe Artikel zum Thema «Ein Tag im August»
Möglichst konkrete Antworten erwartet man – aller Alltagserfahrung zum Trotz – hin und wieder von Politikern. In der Regel aber werfen sie Worthülsen zurück. Die 1.-August-Feiern werden besten Anschauungsunterrricht liefern. Phrasendreschen ist allerdings kein Spass zur Belustigung des Volkes, sondern gezielte Beeinflussung oder Manipulation aus Gewohnheit. Christof Moser und Thomas Widmer haben hingehört, nachgedacht und präsentieren das Lexikon der politischen Phrasen. Siehe Artikel zum Thema «Wir brauchen Visionen»
Inlandredaktor Markus Schär war Patient im Kantonsspital Frauenfeld, als Mathias Gnädinger beim Bettnachbarn auf Krankenbesuch kam. Schär dachte vorausschauend an die Zeit der Rekonvaleszenz und vereinbarte mit dem Schauspieler einen Interviewtermin. Das Gespräch kam zustande, war äusserst munter – doch als es erscheinen sollte, zog der Interviewte seine Einwilligung zurück. Er habe gehört, die Weltwoche sei ein rechtes Blatt, ausserdem schreibe Mörgeli da eine Kolumne (diese Woche: Seite 20). Jetzt erscheint das Gespräch trotzdem – mit Gnädingers Einwilligung. So schlimm seien wir nun doch wieder nicht, und das Interview «finde ich eigentlich schon noch gut». Das finden wir auch, gerade weil er nicht bloss einfache Antworten gibt. Siehe Artikel zum Thema «Ich grüsse, sonst sind sie beleidigt»
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