CD-Tipp I

Plattenbau

Von Albert Kuhn

Pankow ist das noch nicht eingemeindete Ostberlin, nördlich vom Prenzlauer Berg. Wo am Berg selbstrenovierte oder neuerdings systematisch aufgekitschte Beamtenwohnungen mit Stuckatur und Raumhöhen die Regel sind, dominieren in Pankow einfachere Logen und eben der volkseigene Plattenbau. Dieselbe undefinierte Low-Level-Offenheit kriegt man auf «Linienbusse» serviert. Von Leuten, die von Elektronik, Dub und sogar Jazz was verstehen. Das ergibt keinen üblen Eiswürfelschmelz-Loungejazz, sondern Arbeit am Fundament, welche an Pole (Dub) und Warp-Kostbarkeiten erinnern. Etwas vom Besten, was im Moment aus der elektrischen Ecke kommt. Vergleicht man dies rein testhalber mit der Streetparade-CD 05 aus dem schönen Zürich, versteht man die Welt nicht mehr: komplette künstlerische Stagnation und schiere Trance-Blödheit bei den Verwöhnten am See – Innovation, Tiefe und pure Schönheit im verarmten Aussenquartier Fast-Osteuropas.

Studio Pankow: Linienbusse. Namskeio

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