Norman Mailer - Er ist der Grand Old Man der amerikanischen Literatur, aber auch ihr eitelster Gartenzwerg. Als Michiko Kakutani, oberste Buchkritikerin der New York Times, über sein letztes Buch schrieb, es sei «betäubend egozentrisch und selbstbeweihräuchernd», haute der 82-Jährige mit verrosteten Klingen um sich: «Sie hasst weisse männliche Autoren. Sie ist Asiatin und Feministin. Und sie hasst männliche weisse Autoren.» Das war arg primitiv, kein ernsthaftes Blatt wollte ihm zuhören. Mailer trug seinen Zorn in die Boulevardpresse und zog her über die «Kamikaze-Asiatin», die so mächtig sei, dass keiner sie zu entlassen wage. Was wie haltloser Altmännergroll klang, war Kalkül. Nach so viel Beleidigung, hofft Mailer, werde Kakutani von Rezensionen seiner Bücher wegen Befangenheit absehen. Eine Fehleinschätzung. Im Gegensatz zum tobenden Greis schwieg die Kritikerin. Sie wartet auf sein nächstes Buch.













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