Nur wenige Tage nach den furchtbaren Anschlägen in London ist es der britischen Polizei offenbar gelungen, die Täter zu identifizieren. Klar ist, es handelt sich um Selbstmordattentäter mit britischem Pass, unklar dagegen sind die Motive der Verbrecher. Bei Redaktionsschluss dieser Weltwoche ging man nach wie vor davon aus, dass Islamisten die Bomben gezündet hatten. Was treibt sie an? Was geht in ihrem kranken Hirn vor? Der Jordanier Abu Mohammed al-Makdisi ist ein führender Vordenker des islamistischen Terrors. Kurz vor seiner Verhaftung gewährte er einem unserer Mitarbeiter ein bemerkenswertes Interview, worin er die religiöse Notwendigkeit des Dschihad zu erklären versucht, des heiligen Krieges also gegen alle Ungläubigen. Mit schier unerträglicher Scheinheiligkeit beteuert er, dieser Krieg kenne klare Regeln: «Es gibt Vorschriften für die Kriegszeit, für den Kampf und die Kapitulation.» Was in Madrid, London oder Beslan zum wahllosen Abschlachten zufällig anwesender Zivilisten führte, sind für ihn bloss «irrige Handlungen» einiger junger Mudschaheddin, die er väterlich kritisiert, aber nicht verurteilt. Im angeblich befriedeten Europa herrscht inzwischen wieder Krieg. Siehe Artikel zum Thema «Du sollst töten»
Phil. I studiert zu haben, gilt mittlerweile fast als Behinderung – vor allem weil viele ausgebildete Geisteswissenschaftler selbst recht abschätzig über ihre Tage an der Uni berichten. Eine höhere Form des Selbsthasses hat sie ergriffen. Zerknirscht beklagen sie den unnützen Ballast von Fremdwörtern, den sie erworben haben. Grimmig verkünden sie ihre Unkenntnisse in Ökonomie, Jus oder Sport. Unser Wissenschaftsredaktor, der promovierte Ethnologe David Signer, leidet nicht unter dieser Berufskrankheit. Er ist überzeugt, dass die Menschen ohne Geisteswissenschaften nur wenig taugen. Siehe Artikel zum Thema «So sexy sind Geisteswissenschaften»
Jüngeren Menschen stellt man ihn als den wilden Rocker im Film «Tank Girl» vor, älteren als den Musiker, der mit David Bowie «China Girl» geschrieben hat. James Osterberg alias Iggy Pop, 58, hat eine vierzigjährige Musikkarriere hinter sich, und im Gespräch mit der Weltwoche hört er sich ganz und gar nicht nach Aufhören an. Das Interview war kurz vor Redaktionsschluss nicht mehr als ein schönes Versprechen, das sich in Luft aufzulösen drohte. Aber dann, mitten in der Nacht, kam der Anruf aus Miami. Und ein einstündiges Gespräch, das zur Hälfte aus brüllendem Gelächter bestand. Siehe Artikel zum Thema «Iggy und Pop»
Vergangene Woche wurde die Weltwoche erneut zu spät ausgeliefert. Dafür möchten wir uns bei unseren Abonnenten entschuldigen.
Ihre Weltwoche













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