Gut, dass der Sommer vorbei ist. Endlich zwingt uns niemand mehr in den Garten. Kulinarisch betrachtet ist der Garten ein Irrtum, wenn auch ein weitverbreiteter. Anspruchsvolles Essen und Trinken gelingt unter freiem Himmel fast nie.
Die Gründe dafür sind banal. Im Freien ist es zu warm oder zu kalt. Das Essen verliert auf dem zu langen Weg von der Küche zum Tisch automatisch seine ideale Betriebstemperatur. Sparen Sie sich den Zwischenruf «Aber mein Gartengrill...». Grillieren ist eine männerbündlerische Geselligkeitsübung, aber kein akzeptabler Kochvorgang: die Wahrscheinlichkeit, über glühender Holzkohle eine geniessbare Speise zuzubereiten, liegt bei 1:10. In der Regel ist die Bratwurst aussen schwarz und innen kalt.
Outdoor-Esser bescheiden sich daher mit kalten Speisen (z.B. mit dem besten Roastbeef, das mir in der Schweiz untergekommen ist, aus der Metzgerei Kratzer in Zollikerberg. Nicht billig. Aber ein Hammer!). Damit ist allerdings noch lange nicht das Getränkeproblem gelöst. Der Thurgauer Blauburgunder Bachtobel Auslese No. 2 von Hans Ulrich Kesselring, den ich Ihnen zum Roastbeef ans Herz legen möchte, wird natürlich viel zu schnell warm. Sie müssen ihn gut vorkühlen, damit er nicht sofort zur marmeladigen Brühe wird. Leichter Rotwein sollte im Sommer kühl genossen werden (wir sprechen von etwa zwölf Grad; alles, was wärmer ist, zurück in den Freezer).
Bier, okay. Aber nur aus kleinsten Gebinden, sonst minutenschnell schal. Weisswein, eiskalt. Klar, aber jedes Glas nur mit einem Zentimeter Füllung (setzt Sie beim dauernden Nachschenkenlassen vielleicht etwas ins Licht der Masslosigkeit). Gespritzter Weisswein mit Zitronenschnitz und Eiswürfeln: barbarisch. Zwar kühlt das Eis den ohnehin gewässerten Wein, aber die Zitrone überdeckt dessen Blume vollständig. Positiver Nebeneffekt: Wir bemerken nicht, mit was für Fusel die meisten Wirtshäuser den Gespritzten anrichten.
Sagen wir, es ist lau im Garten, Speisen und Getränke akzeptabel. Was stört? Die unvermeidlichen Viecher, die Ihr Essen essen oder in Ihr Glas krabbeln wollen. Und das Lachen der Gäste, die sich klugerweise in der wohltemperierten Gaststube niedergelassen haben. Ich gebe zu: Ich bin einer von denen.
Metzgerei Kratzer, Forchstr. 140, 8125 Zollikerberg, Telefon 01 391 62 72
Schlossgut Bachtobel, 8561 Ottoberg/Weinfelden, Telefon 071 622 54 07, Fax 071 622 76 07













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