Intern

Editorial

Von red

Was hält die Schweiz zusammen? Viele glauben, der Föderalismus sei dafür verantwortlich und konkret äussere sich das so: Geld fliesst von den reichen Kantonen in die armen, vom Zentrum in die Peripherie – und am Ende geht es allen gut in Berg und Tal.

Was auf den ersten Blick wie ein uralter eidgenössischer Ausgleich wirkt, ist aber ein eher junges Phänomen, wie unser Autor Markus Schneider feststellen konnte. Vor 1959 gab es noch gar keinen Finanzausgleich – doch seither schaufelt eine riesige Umverteilungsmaschine immer mehr Geld von einer Region in die andere – mit beeindruckenden Wachstumsraten. 1982 wurden 800 Millionen Franken umverteilt, heute sind es bereits 2,4 Milliarden, und falls der neue Finanzausgleich Ende Jahr vom Volk angenommen wird, kommt eine weitere Milliarde dazu. Macht das Sinn?

Schneider präsentiert eine deprimierende Bilanz: Es bringt nichts. Das meiste Geld fliesst bergauf in die Alpen und verdampft. Seit vierzig Jahren, so muss man ohne Polemik sagen, leistet sich die Schweiz eine Art Mezzogiorno in den Bergen. Umfahrungsstrassen werden gebaut, Tunnels gebohrt, Brücken geschlagen, und trotzdem bleiben die armen Gebiete arm – Wirtschaftswachstum findet anderswo statt. Siehe Artikel zum Thema «Umverteilung: Je enger die Täler, desto breiter der Geldstrom aus Bern»

Als Franziska K. Müller der Frage nachging, warum sich immer wieder Frauen in Männer verlieben, für die ihr Bekanntenkreis bestenfalls den Ausdruck Schürzenjäger übrig hat, bekam sie zu ihrer Überraschung vor allem Erfreuliches zu hören. Ihre chronische Untreue würden die so genannten Frauenhelden mit Liebenswürdigkeit und Aufmerksamkeit aufwiegen. Ein gutes Rezept für frohe Erinnerungen scheint allerdings zu sein, nicht allzu lange an ihrer Seite zu bleiben. Siehe Artikel zum Thema «Frauenhelden: Warum sich Frauen in windige Männer verlieben»

Seit Wochen hat der Basler Financier Dieter Behring eine schlechte Presse. Die Medien werfen ihm vor, seine Börsenanlagesysteme seien lusch, die Vergangenheit wirkt dunkel, und eine angebliche Wahlspende an die Basler SP-Ständerätin Anita Fetz wird in die Nähe von Korruption gerückt. Was ist dran?

Nach langem Zögern erklärte sich Behring bereit, in der Weltwoche erstmals zu den zahlreichen Vorwürfen Stellung zu nehmen. In seinem Büro in einem stattlichen Altstadthaus trafen Alain Zucker und Dominik Flammer auf einen Mann, dem anzusehen war, wie anstrengend es ist, sich dauernd verteidigen zu müssen. Dann ging Behring zum Angriff über: Er dementierte alle Vorwürfe und kündigte an, seine Kritiker auf Schadenersatz zu verklagen. Siehe Artikel zum Thema «Fonds: Dieter Behring über den Fall Fetz und seine Anlagesysteme»

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