«Work in progress»: Mit diesem Heft beginnt eine sanfte Renovation, die am 8. Mai, zum zweijährigen Jubiläum des neuen Weltwoche-Formats, abgeschlossen sein wird. Die ersten Arbeiten betreffen den News-Teil: Peter Hartmanns «Im Auge»-Kolumne rückt, illustriert von René Habermacher, an prominentere Stelle vor. In der neuen Rubrik «O-Ton» zitieret die Weltwoche Passagen aus brisanten Dokumenten, Reden, Gesprächen.
Den Auftakt des Kulturteils markiert fortan die Rubrik «Jetzt», die ein wichtiges Ereignis der Woche behandelt. Als Kolumnisten begrüssen wir den Schweizer Schriftsteller Gion Mathias Cavelty, der sich künftig dem Leitmedium Fernsehen widmet – jenem wundersamen Paralleluniversum, in dem die Grosszahl unserer Bekannten lebt.
Noch ein Blick in die Zukunft: Ab kommender Woche äussern sich in der Wirtschaftsrubrik «Paradeplatz» abwechselnd vier der renommiertesten Ökonomen des Landes: Silvio Borner von der Uni Basel; Aymo Brunetti, Chef- ökonom des Staatssekretariats für Wirtschaft; Serge Gaillard, Sekretär des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes; und Kurt Schiltknecht von der BZ-Bank.
Mitte letzter Woche druckten Schweizer Zeitungen eine Meldung der Nachrichtenagentur SDA mit dem Titel «Strafverfahren gegen die Weltwoche» ab. Tatsächlich hat die Militärjustiz im Januar eine Voruntersuchung gegen Urs Paul Engeler, unsern Mann im Bundeshaus, eingeleitet. Grund der Abklärungen: Engeler hatte im Herbst in seinem Artikel über den «Verliererkanton Bern» («Oben Kuhdreck, unten Beton») den Standort des Berner Regierungsbunkers enthüllt. Wie aber gelangte die ungenaue Nachricht über einen verwaltungsinternen und somit vertraulichen Vorgang der Militärjustiz zur SDA? Laut der Berner Behörden ist Dr. Oswald Sigg, damals noch Informationschef des VBS, der Urheber der Indiskretion. Er habe einen Chefbeamten des Kantons Bern im Detail darüber informiert, dass der Generalstab Anzeige erstattet habe wegen Veröffentlichung klassifizierter Akten und dass ein Verfahren eröffnet worden sei. Sigg selbst bestreitet diesen Sachverhalt. Auf jeden Fall hat der Berner Regierungsrat die Auskünfte aus dem VBS in einer Art und Weise publik gemacht, die einer Vorverurteilung gleichkommt. Wir werden uns mit angemessenen juristischen Schritten gegen diese Verletzung der Verfahrensregeln und des Persönlichkeitsschutzes zur Wehr setzen.
Ihre Weltwoche













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