Keiko (gefangen 1979, gestorben 2003) - «Man hätte Keiko in Stücke zerschneiden und als Nothilfe in den Sudan schicken sollen.» Doch die Einschätzung des isländischen Fischers, der den Schwertwal einst aus dem Meer gezogen hatte, blieb ungehört. Dafür war die Identifikation der Tierfreunde mit Keiko – Held des Hollywoodfilms «Free Willy» – zu gross. Das fast elf Meter lange und sechs Tonnen schwere Tier wurde stattdessen von Oregon, wo es nach der Ausmusterung als Filmstar in einem Aquarium lebte, nach Island ausgeflogen. Dort begann ein aufwendiges, viel kritisiertes Rehabilitationsprogramm, um den Wal an die Weiten des Meeres und den Umgang mit seinesgleichen zu gewöhnen. Vergeblich. Keiko schien ein Leben in der Nähe von Menschen zu bevorzugen und schwamm nach seiner Auswilderung rund 1400 km bis an die Westküste Norwegens, wo er sich in einer Bucht fortan von Naturschützern füttern und von Touristen bestaunen liess. Die «Kraft der Liebe» rettete das Tier im Film wiederholt – nicht jedoch im wirklichen Leben. Trotz 20 Millionen Dollar und zahlreichen Betreuern starb der Wal letzte Woche an einer Erkältung, «einsam», wie es hiess und ohne dem «Ruf der Wildnis» jemals wirklich gefolgt zu sein. Keiko – das japanische Wort für der «Glückliche» – stand den Menschen bis zum Ende nah. Kaum ein Medium, dem der Wal nicht einen Nachruf wert ist in Spalten, die sonst der Trauer über den Tod von Persönlichkeiten des Showbusiness und der Politik vorbehalten sind.













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