Konkret

Wollen Muslime Schläge?

Von Christoph Mörgeli

Seit einigen Jahren wacht die Eidgenössische Rassismuskommission über die rechtgläu-bige Auslegung multikultureller Dogmen. Diese zeitgemässe Form der Inquisition treibt mitunter sonderbare Blüten. So steht jeder Versuch schweizerischer Identitätswahrung unter Generalverdacht, während Zugewanderte ideologischen Heimatschutz geniessen. Auch dann, wenn es um offenen Nationalismus oder Gebräuche geht, die sich mit unseren Konventionen schwer vertragen.

Halbjährlich veröffentlicht die Rassismuskommission ein Bulletin. In dieser Reihe erschien auch die Schrift «Muslime in der Schweiz», worin sich die Autoren u.a. zum Thema Gewalt in der Familie äusserten. Da heisst es etwa: «Manche Betreuer und Betreuerinnen von Migranten und Migrantinnen haben Mühe damit, dass Kinder häufig geschlagen werden. Schläge sind in muslimischen Familien ein anerkanntes Erziehungsmittel. Erwachsene Männer erzählen bisweilen mit liebevollem Stolz, wie oft sie von ihrem Vater verprügelt wurden und wie gut er es mit ihnen gemeint habe.» (Wie rührend. Es sei an dieser Stelle auch an so pittoreske Bräuche wie Zwangsheiraten, Klitorisbeschneidung und Steinigung erinnert.)

Dann heisst es weiter: «Für uns ist in diesem Zusammenhang wichtig, wie sich das Kind den Eltern gegenüber verhält.» (Aha.) «Ist es fröhlich, gerne mit den Eltern zusammen? [...] Interventionen sind in solchen Fällen nicht nötig. Wir können uns, wenn wir die allzu rasch ausgeteilten Ohrfeigen nicht vertragen» (im Gegensatz zum fröhlichen Muslim-Kid, das solche Schläge bestens wegsteckt), «mit dem Satz des Ethnologen Wer-ner Schiffauer trösten, der über die Erziehung türkischer Kinder sagt: ‹Sie ist mit Sicherheit härter als bei uns, aber mit Sicherheit weniger totalitär.›» (Dann ist ja alles in Ordnung.)

«Eine Realität, die uns hie und da» (aber nicht wirklich oft) «zu schaffen macht, ist das Schlagen von Frauen durch ihre Männer... Den geschlagenen Frauen ist das, was ihnen widerfährt, oft schon von der Mutter, der Schwester, Nachbarin her bekannt.» (Ach so.) «Das Schlagen ist Privatsache, man mischt sich nicht ein.» (Bitte mehr Respekt vor der Privatsphäre. Lasst die Männer weiterprügeln, sie meinen es ja nur gut; siehe oben.)

Und noch eine gute Nachricht: Der Bund hat im Jahr 2002 von den budgetierten 3425000 Franken für «Sensibilisierungsprojekte» im Bereich Rassismusprävention lediglich 3424990 beansprucht.

Der Autor ist Historiker und SVP-Nationalrat.

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