Drei Büsten zieren sein Büro im kalifornischen Santa Monica: Ronald Reagan, John F. Kennedy – und Lenin, ein Geschenk russischer Bodybuilder für ihn, das Idol aller Bodybuilder: Arnold Schwarzenegger, demnächst 56, Hollywood-Schatzi und kurvigster Mann auf Erden.
Lenin in Arnolds Büro? Aber gewiss, warum nicht? Mit einer Büste Saddams würde sich der smarte Austroamerikaner nicht umgeben, denn Saddam habe «nichts Grosses angefangen». Lenin hingegen «begann den Kommunismus und die ganze Karl-Marx-Sache», erläutert Schwarzenegger. Lenin ist eben ein Grosser, so wie Arnold auch. «Als ich ein kleiner Junge war», vertraute Schwarzenegger 1980 einem Interviewer an, «war mein Traum nicht, physisch gross zu sein, sondern gross auf eine Art zu sein, dass mir jeder zuhört, wenn ich rede, dass ich eine wichtige Person bin und dass die Leute mich erkennen und in mir etwas Besonderes sehen.»
Der Mann ist am Ziel: eine Celebrity mit stratosphärischem Bekanntheitsgrad, soeben als Terminator wieder in amerikanische Kinos eingefallen, wo sein Film am ersten Wochenende 44 Millionen Dollar einspielte. Nicht nur exaltierter Ruhm verbindet den Kraftprotz mit Lenin. Er sei «ganz für Macht und Autorität», sagte er einmal, da «die Leute jemanden brauchen, der auf sie aufpasst». Schliesslich «muss 95 Prozent der Leute auf der Welt gesagt werden, was sie tun und wie sie sich benehmen sollen».
Es versteht sich von selbst, dass Schwarzenegger zu den restlichen fünf Prozent zählt. Wie kaum ein anderer verkörpert er den amerikanischen Traum, ein Einwanderer, der immens reich geworden ist und allein für seinen neuen Film 30 Millionen Dollar Gage erhielt. Problematisch an der Neuauflage der «Terminator»-Saga war lediglich, dass er im ewigen Krampf zwischen Gut und Böse erstmals auf das Böse in Gestalt einer Frau traf. «Wie schmeisst man eine Frau gegen eine Wand?», wunderte er sich. Ja keine gesellschaftlichen Sensibilitäten verletzen! Kontrovers zu sein, kann sich Arnold Schwarzenegger im Moment überhaupt nicht leisten; es heisst, er wolle Gouverneur von Kalifornien werden. «Ich würde es lieben, Gouverneur von Kalifornien zu sein», beteuert er. Oder: «Ich liebe Kalifornien, und ich liebe die Vereinigten Staaten und möchte tun, was immer ich tun kann, um Staat und Land zu stärken.»
Sollte sich der Muskelmann zu einer Kandidatur entscheiden, stünden seine Chancen nicht schlecht. Kaliforniens demokratischer Gouverneur Gray Davis steckt wegen miserabler Wirtschaftslage und horrender Staatsdefizite in der Klemme und muss sich vielleicht schon im Herbst einem Referendum über seine Abwahl stellen. Und der Republikaner Schwarzenegger wäre eine Traumlösung für Kaliforniens dezimierte Republikaner: fiskalisch konservativ, ansonsten aber ein liberaler Geist, der für Abtreibungsfreiheit und die Anliegen der Schwulen eintritt. Sogar Sturmgewehre möchte er bannen.
Nur ein bisserl Anabolika
Herrliche Träume flössen somit ineinander: Die Republikaner besetzten endlich wieder das höchste Amt im wichtigsten amerikanischen Staat. Und Schwarzenegger würde zum Kaiser Kaliforniens gekrönt, ein k. u. k. Ableger an der Pazifikküste, was einem alternden Terminator-Roboter allemal vorzuziehen ist. Er könnte den 95 Prozent sagen, was Sache ist, und hätte endlich alles: Ruhm, eine Ehefrau namens Maria Shriver aus dem Kennedy-Klan, Muskeln, Geld – und reale Macht. Welch einem Höhepunkt strebte damit die Story des Buben aus Graz, aufgewachsen in ärmlichen Verhältnissen, entgegen! Auch könnte Arnold als Gouverneur noch mehr Gutes tun. Er engagiert sich für die Behindertenolympiade, tritt in den Gettos auf und möchte armen Kids ein Vorbild sein.
Es ist ihm wirklich ernst damit. Einmal sprach er vor Kids im Getto von L.A. und fragte sie: «Wie viele von euch haben einen TV? Einen Kühlschrank? Toiletten mit Wasserspülung?» Alle hoben ihre Hände. Worauf Schwarzenegger ihnen versicherte, sie besässen «mehr, als ich hatte während meiner Kindheit in Österreich; ich hatte keines von diesen Dingen, nicht einmal Spielzeuge zu Weihnachten». Dann kam er zur Moral der Geschichte: «Nun schaut mal, was aus mir geworden ist», sagte er, ohne jede Bescheidenheit, da er mit diesem einen Satz doch nur sein eigenes Leben bestaunte, er, der Sohn eines Grazer Polizisten und einer Haushälterin, der mit 15 Jahren beschloss, als Bodybuilder berühmt zu werden und nach Amerika auszuwandern. Arnold, dieser Ausbund an Willenskraft, der damals in Graz täglich Gewichte stemmte und an seinem Körper bastelte wie andere Grazer Boys an ihren Balsa-Gleitern.
Nichts brachte ihn in Versuchung, nicht einmal Girls; sie waren ihm blosse «Werkzeuge für meine sexuellen Bedürfnisse». Ein Triumph des Willens war sein Leben, 50 bis 60 Tonnen Eisen täglich stemmte er, stets hungrig nach Erfolg, denn «du musst hungrig sein, andernfalls bist du nicht motiviert». Nach Amerika hungerte Schwarzenegger, und Bodybuilding «war ein amerikanischer Sport, und ich dachte, er könnte mich nach Amerika bringen». Natürlich warf er verbotene und gefährliche Anabolika ein, nur ein bisserl Anabolika, behauptete er, derweil alte Spezis aus der Szene andeuteten, es sei nicht nur ein bisschen gewesen, das ihm die Muskeln schwellen liess. 1997 wurden ihm zwei Herzklappen ersetzt, worauf gehetzt wurde, hier werde ihm die Quittung für seine medikamentösen Verfehlungen präsentiert. Dass ein deutscher Herzspezialist 1999 dunkel dräute, bald werde man «den Tod eines bekannten österreichischen Schauspielers erleben», und die amerikanische Regenbogenpostille Globe sein Herz mit einer «tickenden Bombe» verglich, empörte Schwarzenegger; er verklagte die Verleumder und bekam Recht.
Mordslibido
Das Geflüster über Anabolikamissbrauch passte nicht zu seinem Selbstverständnis, demzufolge ein Bizepsumfang von 56 Zentimetern zu seinen besten Zeiten redlich erworben wurde, wie alles in seinem Leben: durch harte Arbeit, durch stählerne Disziplin, nicht in der Apotheke. Nachdem er 1968 endlich in Amerika gelandet war, reformierte er im Alleingang das Image der Bodybuilder, weg vom Bodensatz der amerikanischen Gesellschaft, weg vom Freakhaften. Mit einem hoch entwickelten Gespür für Publizität machte er den Bau von Muskeln salonfähig, auch tat er stets, als sei Bodybuilding die normalste Sache auf der Welt: normal essen, normal zu Partys gehen, dazu Mordslibido dank der täglichen körperlichen Ertüchtigung und als Bonus ein vermindertes Schlafbedürfnis. Bodybuilding mit Arnold kam als Spass daher und etwas, das sich in bester Gesellschaft zeigen konnte.
Je mehr Bodybuilding-Titel er gewann, desto erlesener wurde sein Umgang: Showstars und Andy Warhol, berühmte Fotografen und schöne Frauen. Fünf Mal wurde er zum Mr. Universum gekürt, gleich sieben Mal fielen ihm als Mr. Olympia allerhöchste Ehren zu, bevor er 1977 in dem Bodybuilding-Dokumentarfilm «Pumping Iron» als Kultfigur verewigt wurde. Längst glich sein Körper einer klassischen Skulptur – ein Adonis aus der Steiermark, Nietzsches Übermensch zwar nicht im Geist, aber doch im Fleisch: überquellende Venen, Gliedmassen aus gehärtetem Edelstahl, die Bauchdecke Beton. «Oh mein Gott», entfuhr es seiner Partnerin Kathryn Harrold im Film «Raw Deal», als sie den halb entkleideten Superman Schwarzenegger erstmals besah.
Und wie er sprach! Zäh klebte ein austro-deutscher Akzent an seinem Englisch, negierte das tückische «th», massakrierte das vermaledeite «w» und entzückte amerikanische Ohren. Nicht nur war Arnold an seinen Paketen identifizierbar; sobald er seinen Mund öffnete und sich daraus ein Pidgin-Englisch ergoss, war auch den Blinden klar: Es schwarzeneggerte. Arnold sei «ein Star wegen dieser Stimme», befand der Filmkritiker David Denby, was nur gut war, denn mit Ausdrucksfähigkeit und schauspielerischem Vermögen allein hätte es ihm nicht zum Star gereicht. Nach der Begutachtung eines seiner ersten Filme, der Cowboy-Farce «Villain», notierte ein Kritiker, Schwarzeneggers Pferd sei ausdrucksstärker gewesen als der Reiter.
75 Worte und ein Lendenschurz
Seinem strotzenden Selbstbewusstsein tat derartige Respektlosigkeit keinen Abbruch. Frech baute sich der Jung-Star vor dem Hollywood-Gewaltigen Dino De Laurentiis auf und fragte den kleinwüchsigen Produzenten: «Warum hat ein kleiner Mann wie Sie so einen grossen Schreibtisch?» «Verrückt» sei der Italiener daraufhin geworden, beschrieb Schwarzenegger später den Vorgang. Als Hauptdarsteller in einem geplanten Flash-Gordon-Film wollte Arnold Schwarzenegger sich De Laurentiis andienen, der Italiener aber winkte ab. «Sie haben einen Akzent! Ich kann Sie nicht verwenden für Flasha Gordon! Nah! Flasha Gordon hat keinen Akzent», polterte De Laurentiis im schönsten Italo-Englisch. Worauf Arnold kühn erwiderte: «Was meinen Sie, ich hätte einen Akzent? Ich kann Sie ja kaum verstehen!»
Nach einer Minute und vierzig Sekunden sass er vor der Tür, durfte jedoch die Hauptrolle in De Laurentiis’ Film «Conan The Barbarian» übernehmen. Im Lendenschurz und mit kargen 75 Worten füllte der Muskelmann die Rolle aus – und wurde zu einem Instant-Erfolg, den er während der Reagan-Ära dank einer Gewaltorgie prächtig mehrte. Das Rezept war simpel: Der Held, ob leicht geschürzt oder als Roboter maskiert, bewahrte die Unschuldigen mit möglichst viel Special Effects und Tamtam vor dem Bösen, wobei die Story nebensächlich war, solange es detonierte und krachte, knatterte und dröhnte. «Wenn du einen Arnold-Film machst, denkst du nicht gerade an die kultivierten Sensibilitäten der New York Times – Sie verstehen, was ich meine?», beschrieb Regisseur Walter Hill, der «Red Heat» mit Schwarzenegger drehte, das Grundkonzept der Arnoldschen Ästhetik.
Tief schürfende Dialoge und stille Geschichten mitsamt Langweilern wie Ingmar Bergman oder Eric Rohmer waren nicht sein Ding; lieber verschoss er eine Tonne Munition, schwelgte in pyrotechnischen Exzessen und zelebrierte cineastischen Krawall mit solcher Hingabe, dass dabei Dschungel abgeholzt und Städte abgefackelt wurden. Schwarzenegger gedieh somit zur brutalsten Massenvernichtungswaffe des Actionfilms, ein Giga-Auslöscher des Lebens, dessen Gewaltbereitschaft so überdimensional wie seine Muskulatur war. Er schlitzte Bäuche auf, trennte Gliedmassen ab, verschanzte sich hinter Leichenteilen, ballerte und hieb, als wolle er Hieronymus Bosch mit jedem Streifen ein Denkmal setzen. Gewalt sei «so amerikanisch wie Kirschkuchen», hatte Black-Panther-Revoluzzer H. Rap Brown behauptet. Schwarzeneggers Kino-Erfolge gaben ihm Recht.
Selbst die gewaltgeilen Studios aber zogen nicht immer mit, wenn der Hauptdarsteller eine besonders grauenhafte Idee propagierte. Als er für den Film «Commando» vorschlug, einem gegnerischen Soldaten den Arm abzutrennen und ihn sodann mit diesem Arm zu erschlagen, lehnte der Boss ab, obschon Schwarzenegger noch heute überzeugt ist, toll wäre die Szene gewesen. So überzogen aber kamen Arnold und die Gewalt daher, dass die Filme, ob «Commando» oder «Total Recall» oder «Predator», Cartoons glichen, deren Protagonist sich sogar während der gröbsten Entladungen einen Schuss Selbstironie leistete. Berühmt wurden seine Sprüche, die er beim Meucheln nebenbei klopfte: «Hasta la vista, Baby!» Seine böse Gattin, die er in «Total Recall» gerade erschiessen wollte, verabschiedete er mit den Worten: «Betrachte das als eine Scheidung.» Und als das Monster in «Predator» ihn fragte, wer «zur Hölle» er sei, stellt Arnie keck die Gegenfrage: «Wer zur Hölle bist du?»
Dem bohrenden Verstand bot sich in Schwarzeneggers Gaga-Plotten durchaus ein Reservoir des Tiefsinnigen. So vermerkte ein Aufsatz in «Differences: A Journal of Feminist Cultural Studies» 1992 allerlei Abwegiges in seiner kruden Filmwelt: ödipale Konflikte, Homosexualität, Totalitarismus, Opposition zu biologischer Reproduktion, Sadomasochismus, geschlechtsüberspringende Themen sowie «technologische Fantasien der Unverwundbarkeit». Damit hielt sich der Grazer Rächer der Entrechteten indes nicht auf; mit seichten Filmen wie «Twins» und «Kindergarten Cop» wagte er sich sogar in die Gefilde der leichten Muse vor und erhärtete damit eine alte Arnold-Theorie: «Die Theorie besagt, dass alle Dinge, die das Publikum von einem grossen Kerl nicht erwartet, zehn Mal besser funktionieren, wenn du sie machst, weil das Publikum es eben nicht erwartet – wenn ein grosser Kerl Humor hat und Emotionen zeigt, haut das besser hin, als wenn ein kleiner Kerl das macht.»
Bereit für die Schlammschlacht?
Also sprach der Terminator und wandte sich wieder seiner Lieblingsbeschäftigung zu: dem Geld, das der kluge Geschäftsmann Schwarzenegger scheffelt und weise anlegt, auf dass es sich türme. Unter seinem Namen wurden Bodybuilding-Produkte verkauft, er verfasste eine Reihe von Büchern über Kinderfitness und verschwor sich obendrein dem Ziel, die übergewichtige amerikanische Kinderschar auf Trab zu bringen. Das, beschrieb er den Ernst der Lage, sei allerdings «eine Herausforderung, die viel grösser ist als alles, was ich jemals getan habe». Arnold behielt Recht: Trotz seiner Ermahnungen sind amerikanische Kinder heute dicker denn je, vielleicht auch deshalb, weil der Jargon seiner Fitness-Kinderbücher nicht für Kinder taugte. «Herz-Lungen-Stärke, Gelenkmuskel-Flexibilität, Muskelstärke und -ausdauer sowie Körper-Komposition» seien die «vier Bestandteile physischer Fitness für gute Gesundheit», war darin zu lesen.
Lieber wanderten die Kids ins Kino, begafften Schwarzeneggers neuestes Epos und assen dazu reichlich Popcorn mit möglichst viel Butter. Darüber trauern mochte Arnold nicht; Angstzustände oder Depressionen und dergleichen waren ihm fremd. Sie seien, tönte er, «nicht mein Lebensstil». Zu Selbstbetrachtungen neigt er nicht, und für Schwächlinge hat er wenig übrig. «Ich schaue herab auf Leute, die warten und hilflos sind; ich mag Leute, die überzeugt sind, dass das Leben mehr ist, als nur essen und auf die Toilette zu gehen», zitierte ihn seine Biografin Wendy Leigh. Der Tatmensch Arnold Schwarzenegger ist folglich ein Kontrollfreak, der forsch die Richtung vorgibt und eigenem Bekunden zufolge erst dann richtig nett sein kann, wenn er am Ziel ist.
Bislang hat er alle Ziele erreicht, darunter ein besonders schönes, nämlich die Ausschüttung staatlicher Gelder für die Freizeitgestaltung und Betreuung von Kindern nach Schulschluss. Als Volksbegehren tauchte dieses Anliegen dank Schwarzenegger und seinem Geld auf kalifornischen Wahlscheinen auf und wurde nach einer rasanten Kampagne im November 2002 verabschiedet. «Wenn immer Kinder allein sind, laufen sie Gefahr, in die Kriminalität abzugleiten oder in Drogen oder unerwünschte Schwangerschaften», begründete Schwarzenegger seinen Einsatz. Kaliforniens Demokraten indes argwöhnten, der Terminator habe mit seinem Volksbegehren vornehmlich das politische Terrain für eine Gouverneurskandidatur testen und sich als republikanischer Volkstribun ins Gespräch bringen wollen.
Nun bietet sich ihm vielleicht die Chance, bereits im Herbst Gouverneur zu werden – falls er bereit ist, sich in die Schlammschlacht amerikanischer Politik zu wagen und den prüfenden Augen amerikanischer Medien auszusetzen. Immerhin behaupten diverse Gerüchte sowie ein Anwurf in der Filmzeitschrift Premiere, Mr. Saubermann sei nicht der Sauberste. Trotz vier Kindern und langjähriger Ehe habe er es noch immer faustdick hinter den Ohren, heisst es. Premiere legte ihm allerlei Betätschelungen zur Last sowie einen rüden Umgang mit Untergebenen, worauf sich eine Brigade von Arnoldistas eiligst zu Wort meldete und den Beschmutzten vehement verteidigte. Schauspielerin Linda Hamilton und Regisseur James Cameron bescheinigten ihm neben Unschuld und Manieren Güte, Hilfsbereitschaft und makellosen Lebenswandel – als Sünden fungieren mithin nur seine Liebe zum Strudel sowie die mächtigen Zigarren.
Sofern unter der sorgfältig aufgetragenen Politur des Arnold-Monuments nichts Grässliches zum Vorschein kommt, wäre Schwarzen-egger tatsächlich die Inkarnation amerikanischen Erfolgs: ein rechtschaffener Selfmade-Mann, der aus dem österreichischen Mief in die amerikanische Sonne emporsegelte, dazu ein liebender Familienvater, der Hunderte dämonischer Böser im Dienst für das Gute getötet hat und nebenbei Getto-Kindern hilft. Dass er sich ausserdem als Eleve des neoliberalen Ökonomen Milton Friedman versteht, trägt ihm dort Extrapunkte ein, wo die Steuern immer zu hoch sind und die Staatsausgaben gleichfalls.
Endet das Märchen im Stile Hollywoods mit einem Happyend, wird Schwarzenegger bald in die kalifornische Staatshauptstadt Sacramento ziehen. Dort kam schon einmal ein Schauspieler an: Ronald Reagan, dessen Hollywood-Karriere allerdings vorbei war und dessen Frau sich in Sacramento entsetzlich langweilte. Damit aber endet der Vergleich, denn wie Reagan dereinst den Top-Job in Washington anzupeilen, bleibt Schwarzenegger verwehrt. Zwischen ihm und der Präsidentschaft steht Artikel zwei der Verfassung, wonach nur im Land Geborene ins Weisse Haus einziehen dürfen – zu schade, würde er doch das extrem langweilige Gesellschaftsleben Washingtons gehörig in Schwung bringen.
Filmbesprechung «Terminator 3 – Rise of the Machines» in der nächsten Ausgabe der Weltwoche.













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