Intern

Editorial

Von red

Unsere Autoren Urs Paul Engeler, Wolfram Knorr und der ehemalige Blick-Chefredaktor Peter Uebersax haben zusammengezählt weit über ein Jahrhundert Erfahrung im Fernsehschauen. Sie sind einiges gewohnt. Aber keiner der drei kann sich erinnern, jemals so konsequenz gelangweilt worden zu sein wie in letzter Zeit von SF DRS. Flimmernde Ödnis, schale Belanglosigkeit auf den Kanälen. Was ist los am Leutschenbach? Keine Ideen trotz Idée Suisse?

Eingeschriebene Briefe und Fax-Mitteilungen trafen auf der Redaktion ein, am Telefon wurde dementiert, relativiert und mit Anwälten gedroht. Was war passiert? War unser Blatt einem Wirtschaftsskandal von epochalem Ausmass auf der Spur? Hatte man uns brisante Dokumente aus dem Bundeshaus zugespielt? Nichts dergleichen. Die Journalistin Franziska K. Müller recherchierte lediglich für ein Porträt über Patty Schnyder, die beste Tennisspielerin des Landes, die am Wochenende in Winterthur mit dem Schweizer Fed-Cup-Team gegen Israel antritt. Die 24-jährige Baslerin und ihre bisweilen eigenwillige Entourage haben ein getrübtes Verhältnis zur Presse. Dieses scheint sich auch durch die Begegnung mit der Weltwoche-Autorin nicht gebessert haben. Schnyders Medienverantwortlicher versuchte den Artikel mit einem «vorsorglichen Publikationsverbot» zu verhindern.

Für das Porträt des russischen Milliardärs Roman Abramowitsch konnte unser Asien-Korrespondent Christoph Neidhart auf ein grosses Hintergrundwissen zurückgreifen. Von 1990 bis 1997 war er für die Weltwoche in Russland. Er hat zwei Bücher über das Land veröffentlicht und war einer der wenigen Westler, die je Tschukotka, die abgelegene Provinz von Gouverneur Abramowitsch, besuchen konnten.

Als unser Autor Markus Schneider Ende April eine Analyse über die «Invalidisierung der Gesellschaft» schrieb (Nr. 17), konnte er nicht ahnen, was er mit seinem Artikel auslösen würde. Seither wird in der Schweiz heftig über Ursachen und Folgen der wachsenden Anzahl von IV-Bezügern debattiert. Insbesondere der von der SVP eingeführte (Wahlkampf-)Begriff der «Scheininvalidität» sorgte bei Behindertenorganisationen für rote Köpfe; in unserem Blatt verwahrte sich der Präsident von Pro Mente Sana gegen den Vorwurf, seine Organisation beute die Sozialversicherungen aus (Nr. 27). In dieser Ausgabe meldet sich nun Christoph Blocher zu Wort. Der Missbrauch der Invalidenversicherung habe in der Schweiz beängstigende Ausmasse angenommen, entgegnet der SVP-Nationalrat in einem Essay.

Ihre Weltwoche

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