Intern

Editorial

Von red

Zahllose Aspekte des Irak-Kriegs werden seit Wochen publizistisch seziert – und trotzdem bleibt unser Wissen über den Nahen Osten rudimentär. Daher widmet sich der Schwerpunkt der vorliegenden Ausgabe diesem Thema. Ist eine Demokratisierung dieser notorischen Krisenregion möglich? Auch in dieser Frage sind Kriegsbefürworter und Kriegsgegner tief zerstritten. Die Skeptiker sehen einen plumpen Fortschrittsglauben am Werk, der über alle kulturellen Identitäten hinwegbrettert – ihre Position vertritt der amerikanische Politologe Adam Garfinkel. Die Optimisten ihrerseits weisen darauf hin, dass auch im Nahen Osten Knospen und zarte Triebe der Demokratie zu finden sind – und dass einst auch der Glaube an eine Demokratisierung Nazi-Deutschlands als in höchstem Masse naiv galt. Ihnen liefern die beiden renommierten Nahost-Experten Kenneth Pollack und Daniel Byman weitere Argumente. Die Schärfe dieser Debatte lässt uns gelegentlich die gegenwärtige Lage in den arabischen Ländern vergessen. Buchautor Volker Perthes, ein weiterer herausragender Kenner der Region, schildert in einem Tour d’Horizon, wie die arabischen Könige und Autokraten sich (vorläufig?) an der Macht halten.

Weitere Autoren zum Irak-Krieg: aus Washington unser Amerika-Korrespondent Martin Kilian, Chefredaktor Roger Köppel von der Südfront, Reporter Georg Mayer aus Bagdad sowie Guerilla-Experten aus dem Pentagon.

Die Scheidungsrate in der Schweiz steigt kontinuierlich an. Sie liegt inzwischen bei über vierzig Prozent. Trotzdem scheint das bürgerliche Konstrukt Ehe von seiner Anziehungskraft nichts eingebüsst zu haben. Die Standesämter erhalten weiterhin regen Besuch. Das ist gut so, findet der Zürcher Paartherapeut und Psychiater Jürg Willi in seinem erfolgreichen Buch «Psychologie der Liebe». Im grossen Interview spricht er über die Vorteile des Trauscheins, die Krux der Monogamie und die Grauzonen der Liebe.

Eine erfreuliche Meldung in eigener Sache: Die neueste Auflagestatistik, die jährlich von der unabhängigen Prüfungsinstanz WEMF erhoben wird, bestätigt, dass die Weltwoche sich seit ihrem Relaunch vom Mai 2002 auf Erfolgskurs befindet. Die Anzahl der verkauften Exemplare ist im vergangenen Jahr auf 91094 angestiegen. Das entspricht einem Zuwachs von 7,2 Prozent. Wir möchten die Gelegenheit benutzen, unseren treuen Leserinnen und Lesern zu danken und alle jene herzlich zu begrüssen, die im letzten Jahr hinzugekommen sind.

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