Intern

Editorial

Von Roger Köppel

Am 8. Mai dieses Jahres ist die Weltwoche im Zeitschriftenformat lanciert worden, jetzt liegen die ersten beglaubigten Leserzahlen zum Wandel vor. Erfreulicherweise sind unsere Erwartun-gen fürs Erste übertroffen worden. Gemäss Wemf-Auswertung erreicht die Weltwoche neu 417000 Leser, was gegenüber den Vorjahreswerten (311000) einen Quantensprung von 34 Prozent bedeutet. Proportional am meisten zugelegt hat das Blatt bei den jüngeren Lesern im Segment zwischen 14 und 34 Jahren (neu 162000, früher 90000). Markant ist der Zuwachs auch bei den sehr gut Ausgebildeten, den Kaderleuten, den selbständig Erwerbstätigen und den Studenten ausgefallen. Da sich seit dem Relaunch auch die Auflage positiv entwickelt, sehen wir dem nächsten Jahr mit grosser Entschlossenheit entgegen. Für das Vertrauen in die Arbeit dieser Redaktion möchte ich mich ganz herzlich bedanken bei all unseren Leserinnen und Lesern, den neuen, besonders aber auch bei den langjährigen, die unserem Blatt auch über die Veränderung hinaus die Treue gehalten haben. Es bleibt unser Bestreben, die Weltwoche so interessant, gehaltvoll und abwechslungsreich zu gestalten wie nur immer möglich.

Aus Wien erreicht uns folgende Nachricht: Bernhard Odehnal, langjähriger Weltwoche-Redaktor, Profil-Autor und seit kurzem stolzer Vater, ist indirekt zu einer Art Belastungszeuge im Verfahren des Uno-Kriegsverbrechertribunals gegen den früheren serbischen Staatschef Slobodan Milosevic avanciert. Wie das kam: In der Weltwoche-Ausgabe 25 dieses Jahres porträtierte Odehnal die Forensikerin Helena Ranta. Sein Artikel wurde von Uno-Chefanklägerin Carla Del Ponte gelesen und per Antrag als Beweismaterial in den Milosevic-Prozess aufgenommen. Der Antrag würdigt Odehnals Text aufgrund zahlreicher neuer Fakten, die der Anklage bisher nicht bekannt gewesen waren. Wir gratulieren dem Autor noch einmal für seinen Artikel – und bedanken uns beim Kriegsverbrechertribunal in Den Haag für die aufmerksame Lektüre.

Die Weltwoche ist der staatlich orchestrierten, weithin beklatschten Umtopfung der Swissair in die Swiss aus ordnungspolitischen Überlegungen von Beginn weg skeptisch gegenüberge-standen. Was uns damals als geistige Verwirrung ausgelegt wurde, hat mittlerweile den Common Sense erfasst. Es mehren sich die Probleme, und es mehren sich die kritischen Stimmen. Gleichwohl: Respekt gebührt Swiss-CEO André Dosé, der sich seit über einem Jahr mit herkulischer Kraft gegen einen Himalaja von Schwierigkeiten stemmt. Woher nimmt er diese Energie? Wie hält er das aus? Alain Zucker und Daniela Niederberger haben Dosé in Basel besucht. Sepp Moser, kritischer Begutachter der Lüfte, analysiert die jüngsten Vorgänge.

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