Die Schweiz ist ein seltsames, sie ist aber ein glückliches Land. Während die Restwelt unter den Härten einer heranrollenden Weltwirtschaftskrise stöhnt, stimmt der Eidgenosse darüber ab, ob er sein gehortetes Nationalbankgold sich selber oder dem Ausland verschenken soll. Bundesrat Kaspar Villiger hat in einem glühenden Blick-Leitartikel ans Herz seiner Bürger appelliert, um die Umlenkung des Goldgewinns in die unglückliche Solidaritätsstiftung zu bewirken. Die Bürger aber sagten nein, wieder einmal. Sind sie herzlos? Sind sie unsolidarisch? Man wagt den konstruktiven Zweifel. Die Schweizer haben es womöglich einfach irritierend gefunden, dass man ihnen eine Stiftung anschnallen wollte, die eben doch auf Druck der Amerikaner zustande gekommen war. Jeder ist gerne ein guter Mensch, aber dann doch bitte freiwillig. Villigers gut gemeinte Beschwörungen in Ehren, aber besser, er hätte dem Land keinen Bären aufgebunden. Es war weltfremd, die Ursprünge der Stiftung wegdiskutieren zu wollen, und es kommt einfach nicht gut, wenn man sich unter Fremdeinwirkung zu einem Akt des Gutseins bekennt. Wir haben die Abstimmungen vom letzten Wochenende zum Anlass genommen, über Christoph Blocher und Martin Ebner nachzudenken. Die beiden vielfach verunglimpften Reizfiguren haben die letzten zehn Jahre in diesem Land nachhaltig mitgeprägt. Die Frage lautet: Was haben uns die beiden gebracht? Was haben sie erreicht? Was nicht? Was waren ihre Grundantriebe?
Gerade dieser Tage ist im Baskenland wieder eine Autobombe hochgegangen, glücklicherweise haben sich nur die beiden ETA-Angehörigen durch eine offensichtliche Fehlmanipulation des Sprengsatzes in die Luft gejagt. Die baskische Befreiungsorganisation, die ihre Landsleute bis jetzt vor allem von einem friedlichen Leben befreit, mordet und marodiert, als ob in Madrid eine totalitäre Camarilla an der Macht wäre. Mit dem Habitus einer Mafiabande erpresst sie Schutzgelder und liquidiert Abtrünnige per Genickschuss. Gefordert wird ein ethnisch homogener Baskenstaat, in dem alles Nichtbaskische nicht mehr existiert. Die ETA hat es geschafft, in einem Klima der Angst und der Resignation eine gewisse pseudofreiwillige Zustimmung zu erzeugen. Unser Reporter Thomas Schmid hat sich in San Sebastián mit einer Reihe von Leuten unterhalten, darunter der ETA-Gründer selber, ein freundlich wirkender älterer Herr, der es für kontraproduktiv und für «nicht wünschenswert» erachtet, wenn Basken Basken umbringen. Seine Worte wirken auf den wohlstandsverwahrlosten Schweizer, der sich mit der Bewirtschaftung seiner Goldreserven beschäftigt, wie ein Raunen aus einer fernen Zeit, absurd, gefährlich, womöglich krank.













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