Die Ausladung von Weltwoche-Chefredaktor Roger Köppel von der SF-«Arena» mit dem neuen Bundesrat Didier Burkhalter war in den letzten Tagen das Thema auf Schweizer News-Sites und Blogs. Ganz ohne sein Votum ging die Sendung zwar nicht über die Bühne, schaltete Köppel doch direkt davor einen Spot in eigener Sache. Am Montag dann rang sich Burkhalter zu einem Interview mit der Weltwoche durch.mehr...
Über dieses Dossier
Ersatzwahl Couchepin, Wahl Maurer, Abwahl Blocher / Wahl Widmer-Schlumpf: Hier finden Sie die gesammelte Weltwoche-Berichterstattung zu allen Bundesratswahlen seit 2007. Nebst Wahlkampf und Wahlverlauf sind auch Porträts der an- und abtretenden Bundesräte Gegenstand des Dossiers.
Highlights aus dem Archiv
«Politik aus dem Hinterhalt»: Urs Paul Engelers Beobachtungen zu den Vorgängen bei der Wahl von Bundesrat Ueli Maurer
SP-Präsident Christian Levrat spielte bei der Abwahl von Christoph Blocher eine überragende Rolle, die Wahl von Ueli Maurer durchkreuzte er fast. Aber in der letzten Bundesratswahl versagte er. Schwaller wurde nicht gewählt. Und die Sozialdemokraten blieben Statisten.
Bei Roman Polanski fehlte das politische Fingerspitzengefühl. In ihrem Asyldossier häufen sich die Missstände. Die bei Amtsantritt allseits gelobte Justizministerin Eveline Widmer-Schlumpf kommt unter Druck, einstige Verbündete wenden sich ab.
Er wurde gelobt als animal politique, ja als Staatsmann. Er krönt seine Laufbahn mit einem Abstimmungssieg. Tatsächlich hat Pascal Couchepin gut geredet, aber wenig bewirkt.
Wie freisinnig ist der neue FDP-Bundesrat Didier Burkhalter? Für welche Schweiz kämpft er in der Politik? Ein Kreuzverhör mit dem neuen Neuenburger Innenminister, der vor schwierigen Aufgaben steht.
Noch am vergangenen Freitag war Weltwoche-Chefredaktor Roger Köppel auf Druck der FDP von der «Arena» mit Bundesrat Didier Burkhalter ausgeladen worden. Doch nach einem Proteststurm auf Foren und Blogs traf Burkhalter Köppel bereits am Montag zu einem grossen Interview. Dieses erscheint am Donnnerstag in der neuen Weltwoche. Sehen Sie hier, was Köppel direkt nach dem Gespräch zu sagen hatte.
Die Ausladung von Weltwoche-Chefredaktor Roger Köppel von der SF-«Arena» mit dem neuen Bundesrat Didier Burkhalter war in den letzten Tagen das Thema auf Schweizer News-Sites und Blogs. Ganz ohne sein Votum ging die Sendung zwar nicht über die Bühne, schaltete Köppel doch direkt davor einen Spot in eigener Sache. Am Montag dann rang sich Burkhalter zu einem Interview mit der Weltwoche durch.
SP-Präsident Christian Levrat spielte bei der Abwahl von Christoph Blocher eine überragende Rolle, die Wahl von Ueli Maurer durchkreuzte er fast. Aber in der letzten Bundesratswahl versagte er. Schwaller wurde nicht gewählt. Und die Sozialdemokraten blieben Statisten.
So absehbar die Wahl von Didier Burkhalter war so gravierend sind die langfristigen Folgen der Ausmarchung. Das neue Prinzip heisst: Jeder gegen jeden.
Er gilt als anständig, sachorientiert, genau, aber zu wenig selbstbewusst. Der Neuenburger FDP-Bundesrat Didier Burkhalter tritt als Klimaverbesserer in die Regierung ein.
Merkmal der Bundesratswahl ist die Jagd der «bürgerlichen Mitte» nach rot-grünen Stimmen. Dass die Linke den neuen Magistraten ernennt, hat sich die Rechte zuzuschreiben.
Die freisinnige Fraktion hat Fulvio Pelli, den Präsidenten der Partei, desavouiert. Nun will sie mit dem ersten Verlierer der Bundesratskür Wahlen gewinnen. - Mit Dossier und Umfrage zur Bundesratswahl vom 16. September.
Es gibt eine Ursache für das Bundesratswahl-Chaos: Die falschen Parteien balgen sich um den freien Sitz. Schuld daran trägt die SVP, die es verpasste, ihren legitimen Anspruch rechtzeitig anzumelden. Es droht der Anfang vom Ende der Konkordanz.
Schwaller oder Pelli: Darauf dürfte die Bundesratswahl im September hinauslaufen. Politisch stehen beide in der Mitte. Es droht Langeweile und eine gute Zeit für die SP.
Im Tessin ermittelt die Staatsanwaltschaft gegen ein Kartell von Tiefbaufirmen. Es geht um Millionenbetrug und Urkundenfälschung. Auch der FDP-Parteipräsident Fulvio Pelli ist in die Affäre verstrickt und bestreitet jede Mitwisserschaft.
Die SP liebäugelt mit der FDP, die CVP ist isoliert, die Grünen artikulieren ihre Schwäche, und die SVP wartet. Verbleibt als Anwärter mit intakten Chancen: Fulvio Pelli.
Muss Couchepins Nachfolger aus der lateinischen Schweiz kommen? Oder warum die Integration sprachlicher Minderheiten in der Regierung dem Land zum Vorteil gereicht.
Nach dem Rücktritt von FDP-Bundesrat Pascal Couchepin sollte die SVP gemäss den Regeln der arithmetischen Konkordanz endlich wieder einen zweiten Bundesrats-Sitz erhalten, sagt Roger Köppel im Weltwoche-Videokommentar. Absonderlich muteten die Ansprüche der 14,5-Prozent-Partei CVP auf einen zweiten Sitz an.
Gross waren die Vorschusslorbeeren bei der Wahl von Pascal Couchepin zum Bundesrat, von einem Visionär und Macher war die Rede. Knapp 12 Jahre später steht fest: Weder als Wirtschafts-, noch als Sozialminister konnte der FDP-Magistrat wirklich Entscheidendes bewegen. Erste Bilanz der Amtszeit eines Bundesrats, der sich kontinuierlich selbst im Wege stand.
Die drei Kernbotschaften der Propagandisten neuer Steuern für die Invalidenversicherung stimmen nicht. Das defizitäre Sozialwerk wird so nicht saniert, die AHV wird ruiniert, und die Steuer ist nicht befristet.
Nach einer ferngesteuerten Publikumswahl erklären das Schweizer Fernsehen und die Ringier-Presse Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf zum Liebling der Massen.
Der Weltwoche liegt das Email vor, womit der Solothurner Stadtpräsident und Nationalrat Kurt Fluri zur Bildung der «Gruppe 13» aufgerufen hat. Mit der Trennung seiner politischen Mandate scheint es Fluri nicht allzu genau zu nehmen: Den Kampfaufruf gegen Ueli Maurer verschickte er auf der offiziellen E-Mail Vorlage der Stadt Solothurn.
Politologen gelten als sachneutrale, wissenschaftliche Beobachter. Tatsächlich sind sie Teil des Politbetriebs. Ihre Trefferquote unterscheidet sich wenig von derjenigen der Sterndeuterei.
In Bern wurde ein weiteres Kapitel Unehrlichkeit geschrieben. Die linke Hälfte des Parlaments will die Konkordanz, die sie öffentlich beschwört, abschaffen. Das macht die schwierige Aufgabe für den neugewählten Bundesrat Ueli Maurer etwas einfacher.
Ueli Maurers Wahl zum Bundesrat bringt die SVP in die Regierung zurück. Für die Partei macht das die Dinge schwieriger, für das Land war der Schritt überfällig.
Die neue Elite greift nicht Ueli Maurer an, den Bauernsohn aus dem Zürcher Oberland, sondern die Tradition der Konkordanz. Die Diktatoren bringen, Wahlakt um Wahlakt, das Schweizer System zum Einsturz.
Wer ist Ueli Maurer, und was will er erreichen, wenn er zum Bundesrat gewählt wird? Weggefährten und politische Gegner beantworten zehn Fragen zu Fähigkeiten, Zielen und Ansichten des Kandidaten. Das letzte Wort hat Ueli Maurer selbst.
Bundespräsident Couchepin hat verfügt, «systematische Opposition» funktioniere in der Schweiz nicht. Niemand hat den Mut, das Konkordanzsystem in Frage zu stellen.
Rassismusklage der Rätoromanen: tieferer Sinn – EU-Beitritt – Fussballstadien und Euro 08 – Claude Longchamp outet sich als Teilnehmer der Anti-WEF-Demo in Bern
Lilian Uchtenhagen war 1983 die offizielle Kandidatin der SP für den Bundesrat. Sie wurde wegen einer Nacht-und-Nebel-Intrige der Freisinnigen nicht gewählt.
Blocher und Couchepin sind im Volk gleichermassen unbeliebt. Die SVP profitiert jedoch davon, die FDP nicht. Und beide hätten Staatsmänner werden können. Doch sie sind es nicht geworden, stolpern ständig über die eigenen Schwächen.
Seit vier Jahren regiert ein «rechtsbürgerlich» genannter Bundesrat die Schweiz. Die Bilanz ist nicht berauschend. Der Staat expandiert, das Ausgabenwachstum wurde nicht gebremst. Die Schwachpunkte sind die Bundesräte Merz und Schmid.
Als neoliberaler Sanguiniker mischte er die Schweizer Politik auf. Kürzlich brachte ihn ein Aussetzer während einer Sitzung ins Gerede. Bundesrat Couchepin hat sich festgefahren. Selbst Freunde fragen inzwischen: Wann geht er von Bord?
Aus einem schlanken Handels- und Zolldepartement ist im Lauf der Jahrzehnte die Interventionsmaschine EVD geworden. Wer immer das Volkswirtschaftsministerium neu leiten wird: Er oder sie muss ausmisten, entrümpeln, die Wirtschaft befreien.
Bundesräte können manchmal mehr als Philosophen, sagt Pascal Couchepin. Das gibt zu denken. Aber auch dies: Wie die Sozialwerke zu retten sind, warum Neoliberale nicht in seine FDP gehören und woran Reformen scheitern, die man beim Namen nennt.
In Sachen Krankheitsprävention gilt die Schweiz als Entwicklungsland. So bewahrt ein Test 1200 Kleinkinder vor Hüftleiden. Doch das ist Minister Pascal Couchepin zu teuer.
Der neue Sozialminister und Bundespräsident Pascal Couchepin über Moral in der Politik, den bequem gewordenen Freisinn und über «gewisse Kräfte», die gegen den gesunden Menschenverstand antreten.
Von Roger Köppel, Markus Schneider und Helmut Wachter (Bild)mehr